Start zur Rhinluch-Runde 2024 in Wustrau am 7. Juli
Geschrieben am 10.07.2024 in Kanutagebuch (2024) , Kanureisen (2024) — Rhingewässer (Geändert am 03.04.2025)
Teil 1 von 2 in der Serie Rhinluch-Runde 2024
Tourenstart in Wustrau
Start zur Rhinluch-Runde auf dem Wustrauer Rhin
Am Samstag, den 6. Juli fahre ich nach Wustrau. Ich übernachte dort und starte am Sonntag Morgen gegen 8:00 Uhr auf dem Wustrauer Rhin.
Das Wetter ist bestens, das Wasser klar und die Strömung sanft. Nur wenig Kraut bremst meine Fahrt. An einigen Stellen hat man Lücken ins linke Ufer gebaggert und Sanhügel aufgeschüttet. Ich denke, das sollen Biotope sein für Eisvögel, da einige kleine Steilwände entstanden.
Wustrauer Rhin
Ufergestaltung für Eisvögel und andere
Kurz vor halb Elf erreiche ich den Biwakplatz Langen und lande am Schwimmsteg an. Für eine Pause ist der kleine Platz ok, verfügt er immerhin über ein gut belüftetes Trockenklo. Zum Zelten ist er zu klein. Manche Paddler sah ich hier bereits auf die angrenzende Wiese ausweichen.
Biwakplatz bei Langen
Während meiner etwa halbstündigen Pause lausche ich dem Klopfen verschiedener Spechte und erfreue mich auch am Gesang von Singdrossel, Rotkehlchen und Lerche. Kleiber rufen aus den sehr hohen Pappeln, die typisch für diese Stelle sind. Hier abseits des Dorfes Langen führt weitgehend die Natur ihr Regiment. Umgefallene Bäume im breiten Streifen des Ufergehölzes bleiben hier auch liegen, sofern sie nicht auf den angrenzenden Acker oder die Wiese fallen.
Ich esse ich paar Kleinigkeiten und genieße die schöne Natur.
Rhin bei Fehrbellin
Kurz nach dem ich wieder in meinem Kanu sitze, zweigt links der Fehrbelliner Kanal ab. Der Wustrauer Rhin führt weiter geradeaus nach Fehrbellin, Ab hier kann man auch kleineren Motorbooten begegnen. Da diese Landeswasserstraße dort bald endet, werden es wohl eher wenige motorisierte Wasserfahrzeuge sein, die man hier trifft. Theoretisch ist man zwar mit Berliner Gewässern verbunden, aber der mangelnde Tiefgang in den Kanalabschnitten ab Kremmen ist glücklicherweise doch arg hinderlich für größere Boote.
Ich passiere bald die Stelle, wo es mit Umtragen eine Verbindung zum Baggersee und Biwakplatz bei Tarmow gibt. Allerdings ist diese Verbindung problematisch, da kurz vor dem Biwakplatz ein Rohr die Fahrt versperrt. Es ist schwierig umzutragen.
Der eigentlich breite Graben , der früher nach Fehrbellin führte, ist vom Alten Rhin her (bzw hier noch "Fehrbelliner Kanal") unzugänglich geworden, da man jahrelang kein Schilf entfernt hat und der Anfang des eigentlich breiten Kanälchens mit Reet total zugewachsen ist.
Auf dem Alten Rhin paddle ich nun in Richtung der Schleuse Hakenberg. Trotz des richtig sommerlichen Wetters an diesem Schönen Wochenende begegnen mir nur drei Kajaks und zwei Motorboote.
Ich erfreue mich an der Ruhe, den vielen Vogelgesängen aus dem unzugänglichen Luch links von mir und den blühenden Uferpflanzen wie Weidenröschen oder dem würzig - süß duftenden Mädesüß.
Vor der Schleuse Hakenberg
Als ich kurz nach ein Uhr die Schleuse erreiche, ist gerade Mittagspause. Der Schleusenwärter repariert gerade seine Motorsense und meint, er würde um 14:00 Uhr wieder schleusen.
Ich nehme meine Essenskiste, den Faltstuhl und den kleinen Tisch aus meinem Kanu. Im Schatten eines nahen Wirtschaftsgebäudes stärke ich mich für meine weitere Fahrt. Danach schaue mir die Umtragemöglichkeit über das Nebengerinne an und stelle fest, dass diese ist gut eingerichtet und der Weg nur kurz ist. Mit dem Schleusenwärter komme ich auch noch ins Gespräch und erfahre einiges über Bauvorhaben und sonstige wasserbauliche Aktivitäten in der nahen Region.
Kurz vor zwei öffnet der Schleusenwärter dann das Tor am Unterhaupt und ich kann in die Schleuse hinein paddeln. Der gesamte Schleusenvorgang dauert etwa 14 Minuten, und dann bin ich im etwa 1,50 Meter höheren Teil des Alten Rhins. Theoretisch hätte ich Gegenströmung, aber davon spüre ich nichts.
In der Schleuse Hakenberg
Alter Rhin bei Hakenberg
Für die folgenden vier Kilometer lasse ich mir viel Zeit. Meine Blicke folgen manchem Greifvogel, der über den tiefer liegenden Wiesen nach Fressbarem Ausschau hält. Da ich ebenfalls Hunger habe, denke ich über eine Pause nach. Bis zum Biwakplatz ist noch eine halbe Stunde, und so nutze ich die Stelle als Pausenplatz, wo die alte Stahlbrücke über den Rhin führt. Sie ist inzwischen für Autos etc. gesperrt und darf nur noch zu Fuß oder mit Fahrrädern benutzt werden. Früher sind wir manchmal mit dem Auto von Wustrau hierher gefahren, um hier in den Alten Rhin einzusetzen.
Hier befindet sich eine Lagerstelle für Baumaterial, das die Wasserbauer für die Instandsetzung des Kanals verwenden. Insofern finde ich beste Anlegemöglichkeiten vor. Am Ende des Platzes entwässert eine Pumpe bei Bedarf die große Niederung "Oberes Rhinluch".
Ich lande an und esse Crunchies. Es ist bereit nach 16:00 Uhr, aber die Sonne brennt immer noch ordentlich. Das Fachwerk der Brücke spendet mir etwas Schatten.
Während ich esse und trinke, passieren einige Fahrradfahrer diese alte Brücke. Auf der Linumer Seite parkt ein Angler. Er nutzt das Lager - Gelände des Wasser- und Bodenverbands als Parkmöglichkeit.
Brücke bei Linumhorst
Nachdem alles wieder im Kanu verstaut ist, schaue ich mir noch ein wenig die Umgebung an. Dann ziehe ich für den letzten Abschnitt bis zu meinem Übernachtungsplatz mein Stechpaddel etwas kräftiger durch als gewohnt.
Gegen 18:00 Uhr treffe ich dort ein, und beinahe wäre ich dort ganz allein. Allerdings hat etwa 70 Meter weiter einer dieser Wohnpontons festgemacht, bei denen man vergessen hat, sie zu designen. Ich höre Kinder, lasse ich mich von all dem jedoch nicht stören. Ich lande an dem schönen Schwimmsteg an und lade alle Sachen aus meinem Kanu. Ich freue mich über diesen schönen Platz inmitten der Natur!
Schwimmsteg am Biwakplatz zwischen Linumhorst und Wall

Auf dem Biwakplatz Linumhorst
Ich errichte mein Zelt und sortiere meine Ausrüstung, die provisorisch auf der TiBa ( mit Dach) ihren Platz fand. Es wird Abend, und auch meine Nachbarn werden ruhiger. Bald sind nur noch die Gesänge der Vögel wie Singdrossel, Rotkehlchen und Zaunkönige zu vernehmen. Im Wasser des Alten Rhins gluckst es ab und zu.
Rhinluch-Runde 2024
- Start zur Rhinluch-Runde 2024 in Wustrau am 7. Juli
- Rhinluch-Runde 2024 zweiter Tag