Kanu & Natur

ein persönliches Blog von Jürgen Clausen

Schwentine bei Gut Rastorf am 21. März

Geschrieben am 22.03.2025 in Kanutagebuch (2025) —   Holsteinische-Seenplatte, Schleswig-Holstein-paddeln, Schwentine

Wir hatten bereits vor Tagen gesehen, dass für heute bestes Frühlingswetter vorher gesagt worden war. Frank und Katrin hatten beide einen Tag frei, und daher konnten wir die tollen Bedingungen nutzen.

Am späten Vormittag treffen wir uns an unserer Einsetzstelle am Rosensee. Bald gleiten wir entspannt genießend, aber aufmerksam über den Rosensee. Rufe von Grau - und Kanadagänsen, Flügelklänge von Schellenten und der recht laute Reviergesang von Rotkehlchen bilden eine angenehme Beschallung, die einfach gut tut. Der Frühlingsanfang liefert nun das, was wir den ganzen langen Winter über vermisst haben. 

Es sollte eigentlich windiger sein, aber wir können den gesamten Rosensee fast ohne Böen oder ähnliches bis zum Eingang der Schwentine paddeln.

Einsetzstelle am Rosensee

Einsetzstelle am Rosensee

Frank entdeckt das erste Nutria am rechten Schilfrand, und dann auch Katrin, die weiter am linken Ufer paddelt. auf den kommenden hundert Metern beobachten wir mindestens acht von ihnen, darunter auch mehrere Jungtiere.

An der Halbinsel Stumpfes Eck landen wir kurz an, um das Nötigste erledigen zu können. Auch hier rufen und singen etliche Vögel. Sogar eine Singdrossel glaube ich zu hören. entdecken kann ich sie leider nicht.

Start auf dem Rosensee

Start auf dem Rosensee

Rosensee beim Einfluss der Schwentine

Rosensee beim Einfluss der Schwentine

Schwentine nahe dem Wanderweg

Schwentine nahe dem Wanderweg

kleine Pause am Stumpfen Eck

kleine Pause am Stumpfen Eck

Ab hier nimmt die Strömung deutlich zu, aber zum Glück gibt es keine ernsten Baumhindernisse. Über der Wiese am westlichen Ufer fliegen zwei Bussarde, und sie sind durchaus eine Weile ganz in unserer Nähe zu erleben.

Nach einigen Strömungsabschnitten legen wir uns für eine kleine Rast mit unseren Kanus ans Ufer und genießen einen kleinen Snack. Wir können einige Baumläufer beobachten und erfreuen uns an den Rufen vieler Vögel, unter anderen Grünspechte, Kleiber, Zaunkönige und Rotkehlchen. Einen Eichelhäher hören wir auch mit seinem typischen rollenden Krächzen, und auf unserer Weiterfahrt bekommen wir ihn sogar zu sehen. Am Ufer des Auenwalds beobachten wir einen Baumläufer, der im trockenen Schilfgras recht nah über dem Wasser seine Beute jagt. Dieses Verhalten kannte ich bisher noch nicht.

An einer kleinen eingezäunten Viehtränken-Bucht trinkt eine junger Galloway - Bulle. Ich rede ruhig mit ihm, und er schaut natürlich zu uns. Aber Durst geht vor, er rührt sich nicht vom Fleck, schluckt dabei laut und deutlich das kühle Wasser der Schwentine. Ich frage mich, wie die mit dem kalten Wasser klar kommen, wie sie das wohl empfinden mögen. Ein anderes Robust - Rind schaut derweil von der nahen Wiese zu uns herunter.

 

 

nahe dem Auenwald bei Gut Rastorf

nahe dem Auenwald bei Gut Rastorf

Kurz vor der Wanderwegbrücke beim Gut Rastorf gibt es noch einmal ordentlich Strömung. Dann wird sie moderat bis hin zu sehr schwach. Mir fällt auf, dass die Abschnitte mit mehr Strömung sich verlagert haben: z.B. von vorher oberhalb der Brücke zu nunmehr unterhalb. Der Wasserstand ist eher frühsommerlich, und da es hier keine Uferabbrüche gibt, wird es vermutlich an neuen Sediment-ablagerungen liegen. So etwas hätte ich hier gar nicht für möglich gehalten. Das muss durch das winterliche Hochwasser verursacht worden sein.

Langsam paddeln wir unserem Pausenplatz entgegen. Mit seinen typischen Rufen fliegt ein Waldwasserläufer davon. An seinem großen weißen Bürzel lässt er sich recht gut von dem ähnlichen Flussuferläufer unterscheiden.

An der Pferdebadestelle lassen wir uns für eine ausgedehnte Mittagspause häuslich nieder. Windschutz wird aufgebaut, niedriges Tischchen für den Gaskocher und höheres für das Essen. Wasser wird erhitzt und ein leckeres Getränk (Sanddorn+Granatapfel...) aufgebrüht. Würstchen werden erhitzt. Kaffee, belegte selbst von Katrin gebackene Quarkbrötchen, Tomätchen und hart gekochte Eier serviert. Kekse stehen für den Nachtisch bereit. 

Die Sonne sorgt für genügend Wärmestrahlung und der Wind wird einigermaßen ferngehalten. In aller Ruhe sättigen wir uns, genießen die Leckereien und den Vogelgesang um uns herum. Auch hier hören wir fast permanent die spöttelnden Rufe eines Grünspechtes. Ein Zilpzalp ist auch schon von seiner Reise zurück.

Ausgedehnte Pause an der Pferdebadestelle

Ausgedehnte Pause an der Pferdebadestelle

Während wir unsere Ausrüstung wieder in unseren Kanus verstauen, lässt sich ein Stück die Schwentine aufwärts ein Teichhuhn hören. Die ersten Rufe waren so seltsam, dass ich sie für den Warnruf einer Wasserralle hielt. Aber was es danach von sich gab, waren eindeutig die Äußerungen eines Teichhuhns, wenn auch eines verliebten oder eifersüchtigen.

Katrin entdeckt einen Rotmilan, was in uns dreien große Freude auslöst. Wir treffen weitere Nutria, und ich sehr einen Waldwasserläufer auffliegen. Natürlich kann niemand wissen, ob es derselbe ist wie vorhin oder ein weiterer.

 


 

Anfang unserer Rückfahrt

Anfang unserer Rückfahrt

Schwentine bei der Weinbergsiedlung

Schwentine bei der Weinbergsiedlung

Wir beobachten weitere Nutria, Bussarde und sogar einen Schwarzspecht. Kurz vor dem Gutsgebäuden sehe ich rechts von mir einen Vogel jagen, der die Größe eines Fliegenschnäppers hat und sich auch ähnlich verhält. Er hat einen dunklen Überaugenstreif und eine helle Brust, scheint etwas gelblich zu sein. Ich kann ihn nicht unterbringen, und auch zu Hause finde ich keinen Vogel im Bestimmungsbuch, der so aussieht. Falls ich das Gelbliche nur falsch gesehen habe, könnte es eigentlich nur ein Grauschnäpperweibchen gewesen sein.

Altarm bei Gut Rastorf

Altarm bei Gut Rastorf

Langsam lassen wir uns von der Strömung abwärts treiben und genießen die Rufe und den Gesang der Vögel um uns herum Katrin hat sogar einen Eisvogel vor sich weg fliegen sehen. Hinter der Halbinsel halten sich immer noch mehrere Nutria auf, und einige fressen Gras auf der ans Ufer grenzende Wiese, die ansonsten von Kanadagänsen recht gut bevölkert ist.

Laut argumentierende Kanadagänse überfliegen uns, und wir staunen nicht schlecht, als wir unter ihnen auch einige Kormorane entdecken. Die sagen allerdings nichts dazu.

Auf dem folgenden Rosensee haben wir etwas mit dem auffrischenden Wind zu tun, und auch die Temperaturen lassen allmählich zu wünschen übrig.

Immer noch glücklich über den schönen Ausflug auf dem Wasser in unserer erbaulichen  Natur landen wir gegen 16:10 Uhr an der Einsetzstelle an. Alles einpacken und unsere Kanus verladen ist noch einmal etwas Sport bei recht kräftigen Böen. Aber bald ist auch das passiert, und wir machen uns auf die Heimreise, die zum Glück nur kurz ist.

auf dem Rosensee

auf dem Rosensee

Geschrieben in Kanutagebuch (2025)